20. Juni 2026 | Arbeitskreise

Die „Einmaligen Erdmännchen“ der Klasse 8 machen ihrem Namen alle Ehre – und wie sie das tun, zeigte ihre Segensfeier am Samstag, den 20. Juni 2026

Eine Art Ersatz-Konfirmation, die schnell klar machte: Hier entsteht kein klassisches Schul- oder Kirchenformat, sondern ein eigenes kleines Event-Universum. Irgendwo zwischen Konfirmation, Konzert und Sommerfestival – und ganz sicher nichts, das man so schnell vergisst.

Schon beim Eintreffen war klar: kein Schema F, keine Zurückhaltung. Die Outfits allein waren ein Statement – von langen, fließenden Kleidern mit echten „Wedding Vibes“ bis hin zu stilvollen, festlichen Looks. Durchweg elegant, bewusst gewählt, sichtbar besonders.

Und dann kam dieser Moment, der alles kippte: der Einzug in die Kirche. Kein Orgelklang, kein traditioneller Chor – sondern AC/DC. Laut, direkt, voller Energie. Eine Kirche, die plötzlich rockte, und eine Klasse, die mit einer Mischung aus Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit ihren Auftritt hinlegte. Später der Auszug: Coldplay, Viva la Vida. Ein Kontrast wie aus einem Filmfinale – irgendwo zwischen Gänsehaut und Sommerabend.

Dazwischen wurde das musikalische Setting konsequent weitergedreht: Die Band, inklusive Klassenlehrer Johannes, verwandelte klassische Kirchenlieder in überraschend kraftvolle Rockversionen. Die Kirchenbänke hätten vermutlich mitgewippt, wenn sie gekonnt hätten.

Das Tüpfelchen auf dem „i“ war schließlich der selbstgeschriebene und vorgetragene Song der beiden Klassenlehrer Judith und Johannes. Statt reiner Rede gab es einen eigens geschriebenen Rap. Ja, wirklich. Rap in der Kirche, nicht als Gag, sondern als Moment. Humorvoll, pointiert, nah dran und erstaunlich berührend.

Noch persönlicher wurde es bei den individuellen Worten für jede einzelne Schülerin und jeden einzelnen Schüler: kleine Beobachtungen, liebevolle Zuschreibungen, charakteristische Eigenheiten. Viel Lachen im Raum, gelegentlich ein peinlich berührtes Schmunzeln – und vor allem dieses seltene Gefühl, wirklich gesehen zu werden.

Nach dem offiziellen Teil verlagerte sich alles nach draußen: 30 Grad, Kaffee, Kuchen, Gespräche im Schatten. Ein ruhiger Gegenpol zum musikalischen Innenleben der Kirche.

Am Abend wurde weitergefeiert – weitgehend ohne Eltern, dafür mit umso mehr Energie, Musik und diesem Gefühl, gemeinsam etwas erlebt zu haben, das nicht reproduzierbar war. Erst gegen Mitternacht endete ein Tag, der sich weniger wie eine Schulveranstaltung anfühlte – und mehr wie ein kleines, sehr eigenes Festival.

Kein Standardprogramm. Sondern: einmalig.